Remote Work für ein halbes Jahr: Warum Bruno uns verlässt und trotzdem bleibt

Der Blick aus der bulgarischen Bar offenbart ein Bild aus Bäumen und Häusern beim Sonnenuntergang.

Remote Work für ein halbes Jahr: Warum Bruno uns verlässt und trotzdem bleibt

Normalerweise läuft es ja so: Wer einen Job hat und mehrere Monate reisen möchte, muss sich bei den meisten Arbeitgebern entscheiden – Job behalten oder reisen? Jetzt zieht unser Kollege Bruno* für ein halbes Jahr nach Bulgarien und dachte, dass bei SysEleven beides gehen könnte. Gute Idee, fanden wir: über die Hintergründe und Vorbereitungen für ein Remote Work der besonderen Art. 

Reisen: Zwischen Bachelor und Master ist der perfekte Zeitpunkt

Wer den Übergang vom Bachelor zum Master gemacht hat, weiß, dass zwischen beiden Studiengängen die beste Zeit für größere Reisen liegt. Das hat sich auch unser Kollege Bruno gedacht: Mit 20 Stunden pro Woche arbeitet er als Werkstudent bei uns im SOC Team (Service Operations Center) und schreibt dort Tools, die uns zum Beispiel beim Zertifikatswechsel unterstützen.

Genauso wie er sich seit einigen Wochen mit seiner Bachelor-Arbeit beschäftigt (viel Erfolg!), hat er auch eine größere Reise vorbereitet. Ein halbes Jahr soll es nach Bulgarien gehen. Denn: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Ein großer Teil meiner Familie kommt aus Bulgarien und ich hatte nie die Gelegenheit, mich dort mehr als einen Monat aufzuhalten. Für mich hat das bisher nicht gereicht, die Kultur Bulgariens wirklich kennenzulernen. Jetzt hätte ich die Möglichkeit, bei meinen Großeltern dort das Leben auf dem Land wirklich zu erleben: Wie die Arbeit auf dem Acker funktioniert, wie sie Sirup herstellen oder Schnaps brennen. Und ich hätte die Gelegenheit, im Land zu reisen, zum Beispiel zum Schwarzen Meer, wo meine Familie auch ein Haus hat.

Bruno über seine Absicht, nach Bulgarien zu reisen

Zwar hätte es in Bulgarien mehrere Jobangebote für Bruno gegeben. Aber ein langjähriges Arbeitsverhältnis mit vielen Perspektiven aufgeben? Oder nur pausieren? Daran hatten weder Bruno noch wir Interesse. Wir stellen also unsere Experimentierfreude auf die Probe: Ein halbes Jahr Remote Work soll es sein.

Zur Vorbereitung mit LTE in der Brandenburger Datsche

Natürlich würden wir Bruno nicht einfach so eine gute Reise wünschen. Wir wollten sicherstellen, dass die Rahmenbedingungen passen, um das Projekt erfolgreich umsetzen zu können. Dazu haben wir einige Punkte geklärt und kleine Tests gemacht:

Mein Teamleiter und ich haben uns zusammengesetzt und geprüft, ob meine Aufgaben sich überhaupt dafür eignen, ein halbes Jahr lang außerhalb Berlins bearbeitet zu werden. Schließlich ist das die alles entscheidende Grundlage für das Projekt. Weil bei mir Software-Entwicklung im Fokus steht, bin ich räumlich sehr ungebunden. Ich habe schon häufig von zuhause gearbeitet und konnte mich dort auch gut konzentrieren. Aber ein Tag Home Office ist nicht zu vergleichen mit mehreren Monaten. Deswegen haben wir einen ersten kleinen Test gemacht: Ich hab mich für eine Woche in Brandenburg in eine kleine Laube verabschiedet und von dort gearbeitet – und weil es in der Laube nur Strom und kein W-LAN gab, habe ich mich über LTE verbunden. In Summe lief alles wie immer; es könnte also auch für mehrere Monate funktionieren.

Bruno zu den Vorbereitungen 

Gartenhaus auf dem Land

Zur Vorbereitung auf den Remote Arbeitsplatz hat Bruno eine Woche lang von der Datsche auf dem Brandenburger Land gearbeitet.

Remote Work: In diesem Fall viele offene Fragen

In der Geschichte von SysEleven gab es bisher vereinzelt Gelegenheiten, mit spezielleren Arbeitsmodellen auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter*innen einzugehen. Zum Beispiel der eine Kollege, der mit seiner Familie in Hamburg lebt, dort für SysEleven arbeitet und einmal pro Woche nach Berlin kommt. Oder die zwei Cloud-Architekten, die vor Kurzem erst eine Woche an der kroatischen Küste verbracht haben, um dort in Ruhe an ihrem Projekt zu arbeiten.

Bei Fällen wie diesen handelt es sich immer um Versuche, durch die wir wichtige Erfahrungen sammeln können: Was ist möglich, was ist machbar und was ergibt am Ende doch keinen Sinn? „Deswegen“, erklärt Melanie von unserem HR Management, „finden wir es auch so spannend, dass wir mit Bruno jetzt auch mal über einen lang andauernden Zeitraum Remote Work testen. Nicht nur, weil wir ihn dadurch als Mitarbeiter unterstützen und halten können, sondern auch, um neue Erkenntnisse zu gewinnen: Wir können damit noch flexibler werden und davon profitieren am Ende auch andere Mitarbeiter*innen.“

Die Anzeichen stehen gut, dass das halbe Jahr erfolgreich verlaufen wird. Brunos Aufgaben eignen sich hierfür, er ist Arbeit auf Distanz gewohnt und auch das Team spielt mit. Damit sind die wesentlichen Punkte erfüllt, um eine längere Zeit außerhalb des Büros zu arbeiten. Allerdings bleibt für Melanie eine mögliche Herausforderung ungelöst:

Es wird schwierig sein, den Draht zueinander zu behalten. Bruno wird sich zwar mit dem Team und dem Unternehmen über Sachverhalte im Arbeitsalltag austauschen, dafür gibt es Videokonferenzen, unseren Chat, Mails und das Intranet. Unklar ist für mich noch, wie gut diese Tools auch kleine soziale Interaktionen erfüllen werden – den witzigen Kommentar vom Nachbartisch, das kurze Gespräch an der Kaffeemaschine oder das Hallo auf dem Flur. Ob das fehlen wird oder nicht, zeigt sich in den kommenden Monaten. Dafür ist es eben auch ein Experiment.

Melanie Botzki, HR-Managerin

Berichte aus Bulgarien

Bruno hat sich kürzlich erst auf den Weg nach Bulgarien gemacht und setzt seine Arbeit von dort fort. Klar ist, dass einige Dinge anders sein werden, insbesondere für ihn. Perfekter Anlass, um hier auf dem Blog regelmäßig zu berichten. Bruno wird sich also melden und wir sind gespannt, was für Erfahrungen er in einem halben Jahr Remote Work machen wird.

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Gute Reise, Bruno!


* Unser Kollege möchte mit seinen personenbezogenen Daten möglichst sparsam umgehen und auf die Nennung seines echten Namens verzichten. Wir berücksichtigen das natürlich und finden, dass Bruno auch ein ganz guter Name ist.

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